Autor Thema: Americal Division  (Gelesen 1536 mal)

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Americal Division
« am: Sa, 18. November 2006, 00:07 »
Die US-Americal Infanteriedivision wurde am 24.Mai 1942 auf Neukaledonien gegründet.Sie war die einzige US-amerikanische Division,die nicht mit einer Nummer gekennzeichnet wurde.
Im Zweiten Weltkrieg,die während des Pazifikkrieges auf den Salomonen und den Philipinnen eingesetzt wurde.Nach ihrer Deaktivierung 1945 wurde die Division für eineinhalb jährigen Kurzeinsatz in Panama wieder reaktiviert.1967 stellte die US-Armeeführung die Division für den Vietnamkrieg neu auf.Dort führte sie bis 1971 Operationen im Chu-Lai-Gebiet durch.
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Vietnam
Im Februar 1967 stellte General William C.Westmoreland,der Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte in Vietnam,eine Planungsgruppe für eine Armeeeinsatzgruppe zur Entsendung in das Operationsgebiet des I.Korps auf.Diese Planungsgruppe unter dem Kommando von Major General William B.Rosson organisierte eine brigadenübergreifende Einsatzgruppe,die aus Elementen der 196.Leichten Infanteriebrigade,der 1.Brigade der 101.US-Luftlandedivision und der 3.Brigade der 25.Infanteriedivision (später 4.Infanteriedivision) bestand.
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Einsatzgruppe Oregon
Die Einsatzgruppe Oregon,wie sie genannt wurde,begann ihre Einsätze am 20.April 1967,als Truppen der 196.Leichten Infanteriebrigade auf dem Flugfeld von Chu Lai landeten und mit der Aufklärungsarbeit rund um das Gelände begannen.Kurz darauf landeten auch die restlichen Einheiten dort.Die 3.Brigade der 4.Infanteriedivision startete Such- und Zerstörungsoperationen in der Quang Ngai Provinz.Die 1.Brigade der 101.US-Luftlandedivision landete im Mai bei Duc Pho und begann westlich im Dschungelgebiet mit ihren Operationen.
Die frühen Einsätze der Einsatzgruppe Oregon waren die Operationen Malheur I und Malheur II,Hood River,Benton und Cook.Am 11.September begann die Operation Wheeler gegen Einheiten der 2.Nordvietnamesischen Armeedivision nordwestlich von Chu Lai.
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Das Kommando wechselte am 22.September zu General Samuel W.Koster und drei Tage später wurde die Einsatzgruppe in die Americal Division umbenannt.Sie bestand aus der 196.,der 198. und der 11.Leichten Infanteriebrigade,wobei die beiden letzten Brigaden noch in den USA trainierten.Die Americal war zu dieser Zeit die siebte amerikanische Division,die im Vietnamkrieg eingesetzt war.
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Kommandeure
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1.Ab 22.September 1967- Brigadier General Samuel W.Koster
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2.Ab 23.Juni 1968- Major General Charles M.Gettys
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3.Ab 1.Juni 1969- Major General Lloyd B.Ramsey
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4.Ab 22.März 1970- Major General A.E.Milloy
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Einheitsabzeichen der Americal Division
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« Letzte Änderung: Do, 04. September 2008, 18:11 von Impuls »

Offline BlackWolf

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Americal Division
« Antwort #1 am: Mo, 18. Dezember 2006, 17:18 »
Einsätze in Vietnam

Im Verlauf der Operation Wheeler bekam die Americal Division am 4. Oktober Unterstützung von der 3. Brigade der 1. Luftkavalleriedivision, die die Operation Wallowa im Nordsektor der Operation startete. Beide Operationen wurden am 11. November zusammengeführt und der 196. Brigade unterstellt. Die 11. Leichte Infanteriebrigade stieß am 20. Dezember zur Division und begann bei Duc Pho ihr Trainingsprogramm für den Dschungelkampf. Sicherungs- und Kampfoperationen von 1967 bis 1968 im Gebiet bei Duc Pho machten die Soldaten der Brigade als die „Jungle Warriors“ bekannt. Besonders die Operation Muscatine, eine bataillonsübergreifende Aktion im nördlichen Distrikt der Quang Ngai Provinz, die am 2. Januuar 1968 begann, unterstrich deren Ruf. Im Februar wurden einige spezielle Einsatzgruppen gebildet. Die Gruppe Barker konnte bis zum April Kämpfer der Nationalen Front für die Befreiung Südvietnams, umgangssprachlich meist Vietkong genannt, aus einer seit 20 Jahren gehaltenen starken Stellung vertreiben. Die Gruppe Miracle, die während der Tet-Offensive aufgestellt wurde, unterstützte die Marines im viertägigen Kampf um à Nµng


Die Americal Division nahm während ihrer Stationierungszeit auch am Befriedungsprogramm teil, das von der vietnamesischen Regierung für die Bevölkerung ausgearbeitet worden war. Das Programm sah die Unterstützung der Vietnamesen in medizinischer und nahrungstechnischer Hinsicht vor. Weiterhin sollten Übergriffe der Vietkong-Kämpfer auf die Zivilbevölkerung unterbunden werden.

Dabei kam es am 16. März zum Massaker von My Lai, als eine Gruppe Soldaten der 11. Infanteriebrigade das kleine Dorf My Lai südlich der entmilitarisierten Zone einnehmen sollten, deren Bewohner als potentielle Unterstützer des Vietcong galten, und dort eine große Zahl von Zivilisten tötete.

Weitere Kampfeinsätze waren die Operation Norfolk Victory in den Bergen nördlich von Quang Ngai und die Operation Burlington Trail im Norden von Chu Lai zur Öffnung der Straße zwischen Tam Ky nach Tien Phuoc. Die Straße wurde dann vom 39. Pionierkorps ausgebaut.

Am 23. Juni übernahm Major General Charles M. Gettys das Divisionskommando von Brigadegeneral George H. Young, Jr..

Bei den heftigen Kämpfen vom 25. bis zum 27. August zwischen Einheiten der Americal Division und Soldaten der 2. Nordvietnamesischen Armee (NVA) sieben Kilometer westlich von Tam Ky starben 548 Vietkong-Kämpfer. Weitere 442 starben im September bei der versuchten Sturmattacke auf Quang Ngai, deren Pläne durch den amerikanischen Geheimdienst aufgedeckt worden waren.

Anfang September begann die Operation Champaign Grove zur Verhinderung von nordvietnamesischen Übergriffen auf die Camps der Zivilbevölkerung bei Ha Thanh. Bei einem Zusammenstoß mit NVA-Soldaten sieben Kilometer südwestlich von Quang Ngai fiel der Americal Division ein großes nordvietnamesisches Waffendepot in die Hände. In der zweimonatigen Operation Golden Fleece halfen Soldaten der Americal Division den vietnamesischen Bauern bei der Reisernte. Insgesamt wurden etwa 3.200 Tonnen Reis eingebracht. Weitere 9 t konnten bei kleineren Scharmützeln im Oktober den Nordvietnamesen abgenommen werden.

Im November endeten die beiden langlaufenden Operationen Wheeler/Wallowa und Burlington Trail. Während des Jahres starben bei Burlington Trail insgesamt 10.020 nordvietnamesische Kämpfer. 2.053 Waffen wurden beschlagnahmt.

In der bergigen Region südwestlich von Quang Ngai enttarnten Truppen der Amerival Division ab November in der Operation Vernon Lake II 81 NVA-Basislager und drei medizinische Versorgungsstationen. Bei der dreimonatigen Aktion starben 455 NVA-Soldaten. Zur Unterstützung lag die USS New Jersey im Operationsbereich der Division und zerstörte mit ihrer Schiffsartillerie 122 NVA-Gebäude, 55 Bunker und 32 Kampfunterstände.

Die Befriedungsmission Operation Hardin Falls, die im Dezember gestartet wurde und bis Ende Februar 1969 dauerte, fand zur Unterstützung von vietnamesischen Regierungstruppen im Gebiet des Thang Binh Distrikts statt. Sechs kleinere Dörfer wurden nach nordvietnamesischen Kämpfern durchsucht. Die zeitgleiche Operation Fayette Canyon fand nordwestlich von Tam Ky statt. Bei der Zerstörung von Bunkern und Stellungen kamen 327 NVA-Soldaten ums Leben.

Im Februar riegelten Einheiten der Americal Division die Halbinsel Russell Beach vom Festland ab und begannen mit deren Säuberung. Dabei töteten sie mehr als 210 NVA-Kämpfer und es fielen ihnen 15,5 t Salz, zwei Tonnen Getreide, 13 t Reis und 59 leichte, sowie sechs schwere Waffen in die Hände. Ende Februar waren fast 12.000 zivile Vietnamesen von der Halbinsel in ein Auffanglager bei der Stadt Quang Ngai umgesiedelt. Nach dem vietnamesischen Neujahrsfest begann die NVA mit schwerem koordinierten Mörser- und Raketenbeschuss auf Stellungen im gesamten Einsatzgebiet der Americal Division.

Ab März bekam jedes Einsatzgebiet der einzelnen Brigaden einen separaten Kodenamen zugeteilt und drei größere Operationen wurden im nördlichen Divisionssektor gestartet: Operation Frederick Hill, Operation Geneva Park und die Operation Iron Mountain. Mitte Mai wurde die 1. Brigade der 101. US-Luftlandedivision unter das Kampfkommando der Americal Division gestellt. Sie sollte der 196. Brigade bei der Bekämpfung der kommunistischen Unterwanderung in deren Einsatzgebiet helfen. Die Operation Lamar Plain begann Mitte des Monats. Innerhalb von zwei Wochen gelang den US-Einheiten die Säuberung der Gegend um die amerikanischen Landezonen westlich von Tam Ky. Allerdings dauerte es weitere drei Monate, bis die NVA sich vollständig zurückzog und die Operation beendet werden konnte.

Ein weiterer Kommandowechsel vollzog sich am 1. Juni 1969, als Major General Lloyd B. Ramsey an die Stelle von Major General Gettys trat. Kurz darauf schlug die Infanterie eine schwere Attacke auf die Landungszone Ost zurück, die etwa 18 Kilometer westlich von Tam Ky lag.

Während des Sommers begann auch der Wandel der amerikanischen Kriegspolitik hin zur „Vietnamisierung“. Dies bedeutete weiträumige Truppenverlegungen innerhalb des Landes und zunehmenden Truppenabzug zurück in die USA. Auch die Americal Division war davon betroffen. Sofort erhöhte die NVA ihren Druck auf die amerikanischen Stellungen südlich der entmilitarisierten Zone. Zunehmend attackierten die NVA-Einheiten die Auffanglager, Flugbasen und Artilleriestellungen der Division. Im August weiteten sich die Kämpfe auf das Que Son- und Hiep Duc-Tal aus, bei denen mehr als 410 NVA-Kämpfer getötet wurden. Obwohl die Vietkong der 2. NVA Division mit schweren automatischen Waffen ausgerüstet waren, begannen Helikopter der Americal Division das Kampfgebiet mit Nachschub und Entsatzeinheiten zu versorgen. Dabei wurde am 19. August eine Maschine über dem Hügel 102 abgeschossen. Acht Soldaten verloren dabei ihr Leben. Um die Leichen zu bergen, versuchten sich Männer des 3. Bataillons des 21. Infanterieregiments eine Woche lang zur Absturzstelle durchzuschlagen. Sie lagen fast ununterbrochen im Dauerfeuer der NVA.

In diesem Zusammenhang berichtete PFC (Private First Class, dt.: Obergefreiter) Barry Daniels, ein Kampfbeteiligter der C-Kompanie des 3. Battalions der 21. Infanterie:

    “It was hell out there. The NVA were all over the place with weapons and packs. We couldn't move 100 meters without being attacked.”
    (Deutsch: „Es war die Hölle dort draußen. Die NVA war einfach überall mit ihren Waffen und Schnellfeuergewehren. Wir konnten uns keine 100 Meter weit bewegen, ohne angegriffen zu werden“) .

Hügel 102 konnte am 24. August genommen werden. Die beiden Täler wurden von wiederholten schweren amerikanischen Luftangriffen getroffen, die den dortigen NVA-Bunkeranlagen galten. Erst gegen Ende August zogen sich die Vietkongkämpfer in Richtung Norden zurück. Sie hatten bei den Kämpfen mehr als 1.000 Männer verloren, während die US-Einheiten fast verlustfrei geblieben waren.

Die 1970er Jahre begannen für die Americal Division mit wiederholten NVA-Angriffen auf ihre Stellungen. Die Gegenattacke wurde am 13. Januar 1970 gestartet. Die Vietkong-Stellungen in einem Wald nahe Tam Ky konnten schnell eingenommen werden. Rund 700 NVA-Soldaten starben dabei. Im März strandete Major General Lloyd Ramsey bei einem Helikopterabsturz im dichten Dschungel, bei dem zwei Soldaten ums Leben kamen. Der verletzte Ramsey konnte schon nach einigen Stunden gerettet werden, musste jedoch am 22. März das Kommando an Major General A. E. Milloy abgeben.

Im Frühsommer gelang es Soldaten der 11. Infanteriebrigade nach fast neuntägiger Suche ein großes Reislager der NVA 17 Kilometer nördlich von Duc Pho auszumachen und etwa 44 t zu beschlagnahmen.

Im November 1971 begann mit der Abzug der 198. Leichten und der 11. Infanteriebrigade die Deaktivierung der Americal Division. Die 196. Brigade blieb als separate Einheit bis Ende Juni 1972 in Vietnam. Sie war die letzte große Kampfeinheit, die aus Vietnam abgezogen wurde. Das 3. Bataillon der 21. Infanterie verließ als letztes Kampfbataillon am 23. August das Land.

Die späteren Generale H. Norman Schwarzkopf und Colin Powell dienten während des Vietnameinsatzes in der Division.
« Letzte Änderung: Do, 04. September 2008, 18:11 von Impuls »

 


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