Autor Thema: Aus für ein Heldenmonument (Küstrin-Kietz)  (Gelesen 2650 mal)

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Offline Thomas123

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Aus für ein Heldenmonument (Küstrin-Kietz)
« am: Di, 03. Juni 2008, 22:09 »
Im "Märkischer Markt" vom 14./15. Mai 2008 fand ich folgendes:

Aus für ein Heldenmonument
Deutsch-polnischer Grenzübergang Küstrin-Kietz verliert Wahrzeichen

Kostrzyn: Er ist gewissermaßen das Wahrzeichen des deutsch-polnischen Grenzüberganges Küstrin-Kietz: Wer von Westen auf der Bundesstraße 1 kommend, über die Oder in Richtung Polen fährt, blickt unweigerlich zu dem etwa zehn Meter hohen Obelisken mit dem Roten Stern auf der Spitze und dem sowjetischen Feldgeschütz zu seinen Füßen. Denn das im Mai 1945 unter russischer Militäraufsicht errichtete Ehrenmahl thront direkt am polnischen Oderufer, auf den Mauern der früheren preußischen Festung Küstrin. Und genau diese Lage wird dem markanten Obelisken und dem Kriegsgerät jetzt zum Verhängnis.

Monument ist zu schwer für Festung

Unter dem beliebten Fotomotiv bröckelt es gefährlich, das Monument ist den Resten der alten Festungsbastion "König" im Laufe der Jahrzehnte zu schwer geworden. Mauerteile sind bereits abgerutscht, Eis und Regen zermürben den Festungsbau. Dadurch hat auch der Obelisk am westlichsten Punkt der Bastion Risse bekommen, inzwischen besteht Einsturzgefahr. Deswegen soll das sowjetische Ehrenmahl, einst teilweise aus Trümmern der Berliner Reichskanzlei errichtet, nahezu spurlos verschwinden.
Die Pläne sind nicht neu, allerdings hieß es noch vor einem Jahr, dass der Obelisk auf den städtischen Kostrzyner Friedhof umziehen wird, ebenso die Gebeine von 251 Sowjetsoldaten, die zu Füßen des Ehrenmals bestattet worden waren. Nun aber, sagt ein Sprecher der polnischen 17 000-Einwohner-Kommune, könne man zwar die sterblichen Überreste der Gefallenen umbetten, nicht aber mit schwerer Technik den Obelisken bergen. Nicht politische, sondern rein technische Gründe seien ausschlaggebend. Für diese Entscheidung habe man extra ein bautechnisches Gutachten anfertigen lassen, betont er. Fachleute sprechen davon, dass wohl auch Kostengründe ausschlaggebend gewesen sein könnten.

Kleineres Denkmal soll errichtet werden

Auf dem städtischen Friedhof von Kostrzyn soll eine neues, wesentlich kleineres Monument mit den Namen der toten Soldaten errichtet werden - allerdings ohne ideologische Symbole wie die roten Sowjet-Sterne, die bisher nicht nur den Obelisken, sondern auch die Grabsteine zu seinen Füßen zierten. Während sich Deutschland 1990 zum Erhalt und zur Pflege russischer Kriegsgedenkstätten in ihrer historischen Form verpflichtet hat, werden ähnliche Grabanlagen in Polen inzwischen ideologisch "Bereinigt". Nach aktuellen Planungen soll im August mit dem Abriss des Monuments am deutsch-polnischen Grenzübergang Kostrzyn begonnen werden, in diesem Zusammenhang verschwindet auch das sowjetische Feldgeschütz, dessen Rohr über sechs Jahrzehnte in Richtung Westen zeigte. Der Obelisk erinnerte bisher an geschichtsträchtiger Stelle an den Siegeszug der Roten Armee während der letzten Wochen des II. Weltkrieges. Ebenso wie die Soldatendenkmäler auf den Seelower Höhen und im Berliner Tiergarten wurde das Monument vom sowjetischen Bildhauer Lew Kerbel geschaffen. Am 31. Januar 1945 waren die ersten russischen Panzer in Küstrin aufgetaucht, binnen zweier Monate wurde die einst so bedeutende brandenburgische Residenz und Garnison durch die erbitterten Auseinandersetzungen zwischen der in der Festung verschanzten deutschen Wehrmacht und der angreifenden Roten Armee in Schutt und Asche gelegt. Nach Kriegsende errichteten die russischen Truppen für Jahrzehnte nahe des Monuments ihre Garnison, wenige Kilometer entfernt entstand das polnische Kostrzyn, während die deutschen Bewohner der ehemaligen Altstadt westlich der Oder zwangsumgesiedelt wurden.
Seit Mitte der 1990er Jahre bemüht sich die Stadtverwaltung der polnischen Grenzstadt um eine neue Erschließung der ehemaligen Altstadt, inklusive der Festungsreste. Inzwischen gibt es einen Info-Punkt für Touristen im sanierten "Berliner Tor". Dort erhält man unter anderem historische Stadtpläne, anhand derer sich Besucher orientieren können. Mit dem Obelisken verschwindet ein weiteres Detail, was für Reisende unverkennbar zum deutsch-polnischen Grenzübergang Küstrin-Kietz gehörte. Abgesehen von dem Ehrenmahl hat sich das Areal auch sonst sichtbar verändert. In den früheren Abfertigungsgebäuden sind nach dem Wegfall der Grenzkontrollen Ende vergangenen Jahres eine Zahnarztpraxis sowie ein Händler für Landmaschinen heimisch geworden. Kurz dahinter gibt es ein Restaurant und Tankstelle sowie weitere Geschäfte. Wo einst die Festungs-Bastion "Kronprinz" stand, wartet heute ein modernes Hotels auf Gäste.
« Letzte Änderung: Do, 17. Juni 2010, 21:46 von Ulla »

Impuls

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Re: Aus für ein Heldenmonument
« Antwort #1 am: Di, 03. Juni 2008, 22:14 »
Ohwee...das ist echt tragisch immer das gleiche mit den Denkmälern...wenn man nur die das Geld und die Macht hätte sowas zu retten dann würde ich alles daran setzen zu helfen.Danke für diesen Tragischen Bericht.

Gruß Peter.

Offline md11

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Re: Aus für ein Heldenmonument
« Antwort #2 am: Di, 03. Juni 2008, 22:21 »
Hallo Thomas,
schön wieder was von Dir zu hören,freu mich über diesen Bericht hier.Ich hoffe vielleicht finden wir paar Bilder noch dazu bevor alles wieder verschwindet genauso wie hier in Nürnberg!

Grüße
Josef

Dieco

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Re: Aus für ein Heldenmonument
« Antwort #3 am: Di, 03. Juni 2008, 22:47 »
Hallo ,
hier mal ein Foto und bischen Text , damit man sieht über was geschrieben wird.

http://linkekunst.blogspot.com/2007/05/kostrzyn-nad-odr-sowjetisches-ehrenmal.html


Gruss Dieco

Offline kka67

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Re: Aus für ein Heldenmonument (Küstrin-Kietz)
« Antwort #4 am: Fr, 05. August 2016, 23:49 »
hallo, wer auch immer !!!

wie sieht zur Zeit die aktuelle Situation vor Ort aus ?!?
der Beitrag ist ja schon 8 Jahre her,

steht das Denkmal noch oder wurde das Vorhaben umgesetzt ?!?

Grüße Andreas

 


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