Autor Thema: Prozess wegen verweigertem Fettverkauf  (Gelesen 1852 mal)

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Dieco

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Prozess wegen verweigertem Fettverkauf
« am: Fr, 15. Februar 2008, 16:34 »
Hallo
 über den nachfolgenden Bericht sollte man einmal nachdenken . Es stellt sich hier die Frage was besser ist Bier herstellen oder sattessen.

Die Reichsregierung setzt für Fleisch , Fett, und Brot Höchstpreise fest.Die Festlegung soll verhindern, dass bei dem knappen Angebot die Preise klettern. Ärmere Bevölkerungsschichten könnten sonst die ihnen zustehenden Lebensmittelrationen nicht mehr kaufen. Doch nimmt die Hamsterwirtschaft in so hohem Masse zu , daß sich sogar das preussische Abgeordnetenhaus mit dem Problem der gerechten Lebensmittelverteilung beschäftigt.
Der Zentrumabgeoerdnete Wilhelm Marx berichtet aus dem Rheinland: In einzelnen Familien sollen 80 bis 100 Pfund Butter gehortet werden.
Wie trotz des knappen Angebots gehamstert wird, illustriet ein Prozeß vor dem Kölner Schöffengericht vom 12.Januar.
Angeklagt ist die Frau eines Metzgers, weil sie sich geweigert hat , an Kunden Fett zu verkaufen. Vor Gericht erklärt die Metzgersfraunach dem Bericht Rheinisch Westphälischen Zeitung: Bei der Knappheit geben wir das Fett nur in kleinen Mengen ab,damit jeder etwas bekommt. Wir haben nun öfters feststellen können, daß Herrschaften zunächst das Fett selbst kaufen,dann einzeln ihre Kinder,  Dienstboten und die Aufwartungsfrau schicken. Die Bessergestellten bekommen so das Fett in Mengen, die Armen erhalten schliesslich nichts mehr. Die Mtzgersfrau unterbindet solche Sammelkäufe und verweigert den Fettverkauf an die Dienstboten mit den Worten : " Lassen sie ihre Auftraggeber selbst kommen, die kriegen dann ihr Fett! " Das Kölner Schöffengericht spricht die Frau frei und billigt ihr Verhalten.
Was im Kleinen praktiziert wird, geschieht auch im Grossen. Wegen der Getreideknappheit sollen die Brotrationen der Bevölkerung gekürzt werden. In diesem Zusammenhang fragt der preussische Abgeordnete Marx die preussische Regierung: Wieso hat das Kriegsernährungsamt eigentlich 45 000 Tonnen Getreide an die Schnapsbrennerein geliefert????? Die Gerstevorräte sollen laut Verfügung des Kriegsernährungamtes nur zur Viehfütterung verwandt werden. Aber die Bierproduktion geht trotz aller Bemühungen nicht zurück. Die Nachrichten für Ernährungsfragen stellen fest das die Gerste statt in Viehmägen in Brauerreifässern landet.
Im Reich fehlt die Koordinierung für die Ernährung der Bevölkerung. So entstehen auf dem Markt höchst unterschiedliche Preise. Die Höchstpreise werden häufig nicht ernst genommen. Am 31.Januar kostet ein Weißbrot in Danzig 25 Pfennig, in Berlin 30 Pfennig und in Paderborn 50 Pfennig. Ein Roggenbrot kostet in Görlitz und Altona 15 Pfennig, in Emdenjedoch 30 Pfennig. Für ein Pfund Butter muß derKäufer in Wiesbaden 5,53 Mark, in Sigmaringen 4 Mark, in Nürnberg jedoch nur 2 Mark zahlen.

Gruss Dieco
« Letzte Änderung: Fr, 18. Juni 2010, 22:44 von Adjutant »

Arturo

  • Gast
Re: Prozess wegen verweigertem Fettverkauf
« Antwort #1 am: Fr, 15. Februar 2008, 17:28 »

 Hallo  Dieco !
 
 Schon  wieder einmal  hat  mir  der blöde  Computer  meine  Antwort
 gelöscht. Werde mich noch  einmal auf die Antwort  konzentriren.
 
 Ein  Bier in allen  Ehren, wuerde ich als Naturheilkundler  jeden  raten.
 Aber den Schweinen  das Futter zu  rauben um Bier  zu  brauen ist ein
 Verbrechen.  Hamster er, und  Hamsterkäufe  gab  es auch  im letzten
 Krieg. Und  das  endete  dann  immer mit der Kriminalität. Aber noch
  schlimmer war  die unbegründete Rueckzugpanick nach dem  Fall nach
  Stalingrad. Als  Verpflegundseinheiten  ihre Lager  sprengten. Weil
  angeblich in der  Naehe  russische Panzer  rumkurvten,  waerend wir 
  vorne im Dreck  hungerten und erfroren.

  Arthur  der Veteran.





 


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