Autor Thema: Erinnerung an den 2. Februar 1943.  (Gelesen 1822 mal)

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Arturo

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Erinnerung an den 2. Februar 1943.
« am: Mo, 28. Januar 2008, 21:37 »
   Das Ende des Dramas und des Völkermordes in Stalingrad.

Am 2. Februar vor 65 Jahren endete die größte  Völkerschlacht eines
modernen Krieges in Stalingrad. Damit begann auch das  Ende  zweier  menschenverachtender  Diktaturen, der  von  Adolf  Hitler und der Anfang des Endes der Diktatur  des  Josef   Stalin,  die beide die Hauptschuld  an den  grausamen   Massenmorden  des zweiten  Weltkrieges  tragen. Bis heute trägt die Welt an dieser Schuld und findet keine Ruhe. Wenn es uns gelingt, einander über den Gräbern der Toten die Hände zu reichen, aller gefallenen und vermissten des Krieges einen letzten Ruheplatz zu geben, sie nicht vergessen, werden wir die Chance zur Menschwerdung erhalten.

Stalingrad wurde zum Inbegriff eines sinnlosen und völkermordenden Krieges. Die Deutsche Wehrmacht versuchte mit den ihr zugestandenen Mitteln die Stadt unter ihre Kontrolle zu bringen, ein anderer Teil marschierte in Richtung Kaukasus. Die Rote Armee unter Tschuikow hatte das Verbot, Stalingrad in Richtung Osten zu verlassen. Der Befehl lautete, hinter der Wolga gibt es für Euch kein Land mehr. So wurden in diesem schlimmsten Winter des Jahrhunderts nicht nur deutsche sondern auch russische Soldaten in den Kampf auf Leben und Tod geschickt. Auch die Zivilisten hatten unter der furchtbaren Kälte unsäglich zu leiden. Auf beiden Seiten erfroren und verhungerten Menschen, beide Seiten bekämpften sich ohne Rücksicht auf Verluste. Unzählige wurde von den Bomben oder Granaten zerrissen, von Scharfschützen getötet, von Minen zerfetzt oder den Panzern überrollt. Ein Schmerzvolles Sterben und diejenigen, die es wie durch ein Wunder überlebten, haben diese entsetzlichen Bilder noch heute in ihrer Seele. Kaum eine Nacht verging ohne Albträume und wer es nicht herausschreien, sich von der Seele schreiben, oder aber nur mit jemandem drüber reden konnte, hat bis heute dieses Trauma nicht verarbeitet. Die verletzten Seelen stehen noch immer auf allen Seiten der Beteiligten. Die Narben, die diese Schlacht gerissen hat, werden niemals heilen. Auf beiden Seiten werden sie, solange es noch eine Erlebnisgeneration gibt, ständig schmerzen. Ob die Nachgeborenen dies jemals verstehen können, wird fraglich bleiben, denn jeder kämpfte einmal für eine überzeugte Sache

Wir gedenken heute der unzähligen Toten, der Gefallenen, der Frauen und Kinder von Stalingrad, wir gedenken  der  russischen Hiwis, der Soldaten Russlands, Deutschlands, Italiens, Rumäniens, Ungarns,  der Freiwilligen  Einheiten  aus  ganz  Europa. Ganz  besonders  gedenken wir  all der Toten  der Wlassowarmee, die  von den Siegermächten am Ende des Krieges  an die  Henker  Stalins  ausgeliefert wurden. Sie  alle  kämpften  für  eine  Idee oder unter dem  Zwang  der Diktatoren, ohne die Möglichkeit, sich der Pflicht fürs Vaterland zu entziehen. Lasst uns niemals vergessen, was Menschen einander angetan haben, lasst uns einander die Hände reichen, dass es niemals wieder zu solch einem Massaker unter den Menschen kommen möge. Der Frieden ist das einzige Gut, welches den Menschen die ersehnte Freiheit bringen kann. Alles andere wäre wiederum ein Verrat am Leben.

Einer, der überlebte, Arthur Krüger

Dieser  Artikel  wurde unter der  Mithilfe  meines  
Freundes  Werner Adrian  geschrieben,                 Feltre, 28. Januar  008
« Letzte Änderung: Di, 29. Juni 2010, 10:12 von Ulla »

 


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