Autor Thema: Berlin-Neukölln  (Gelesen 118 mal)

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Offline Thomas

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Offline Thomas

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Re: Berlin-Neukölln
« Antwort #1 am: Mi, 20. August 2014, 22:45 »
Kirche setzt sich mit NS-Vergangenheit auseinander-   Gedenkstätte für kirchliche Zwangsarbeiter geplant 


Lange Zeit war nicht bekannt, dass auch die Kirche während der NS-Zeit in Berlin ein Zwangsarbeiterlager betrieb. Jahrzehntelang waren die Überreste auf dem St.-Thomas-Friedhof buchstäblich verschüttet - sie wurden in den vergangenen Monaten wieder freigelegt. Künftig soll nun ein Mahnmal an das Schicksal der Zwangsarbeiter erinnern.

 

Das frühere kirchliche NS-Zwangsarbeiterlager in Berlin soll zum Mahnmal werden.
 Der Erinnerungsort soll auf dem Neuköllner St.-Thomas-Friedhof entstehen, wo die Kirche von Ende 1942 bis 1945 ein Lager mit mehr als hundert "Ostarbeitern" betrieb. Das kündigte Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein am Donnerstag zum Abschluss der Grabungsarbeiten an.

AGrabungsleiter Torsten Dressler steht in den Resten des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers auf dem kirchlichen St.-Thomas-Friedhof am 14.08.2014 in Berlin-Neukölln. (Quelle: dpa)Grabungsleiter Torsten Dressler in den freigelegten Überresten des Lagers

Die aus Osteuropa verschleppten Arbeiter lebten im sogenannten Friedhofslager unter menschenunwürdigen Bedingungen. Bis zu 100 Insassen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren, die meisten aus dem Gebiet der heutigen Ukraine, waren hier untergebracht. Sie wurden gezwungen, für 42 Berliner Kirchengemeinden - darunter auch drei katholische - Gräber auszuheben. Es war das einzige Lager in Deutschland, das von der Kirche geplant, finanziert und betrieben wurde.
 
Überreste des Lagers jahrzehntelang verschüttet


Jahrzehntelang war die Verstrickung der Kirche in das System der NS-Zwangsarbeit unbekannt. Seit dem Jahr 2000 bemühen sich die heute Verantwortlichen um eine systematische Aufarbeitung. Ein erster Ausgrabungsabschnitt wurde 2013 vorgestellt.

ADie Fundstücke auf dem St. Thomas Friedhof in Neukölln gehörten einst Zwangsarbeitern. (Quelle: rbb/Annette Miersch)Fundstücke der Archäologen auf dem Areal des "Friedhofslagers"

Bei einem abschließenden Workcamp seien jetzt so weit wie möglich weitere Fundamente freigelegt worden, sagte Wolfgang Krogel, Leiter des Landeskirchlichen Archivs. "Unser Ziel ist, die Erinnerung an die Zwangsarbeiter und an das Unrecht der Kirche auch für künftige Generationen wachzuhalten."

 Das Lager war jahrzehntelang unter Gebäuderesten und Müll verschüttet. Nun wurden bei den Grabungen die Fundamente des früheren Küchentrakts, des Kohleschuppens, der Wohnbaracke sowie die Mauern des Kartoffelkellers freigelegt. Das gesamte Areal hat eine Fläche von rund 4.000 Quadratmetern. Die freigelegten Lagerreste sollen möglichst umfassend in den künftigen Erinnerungsort integriert werden, wie Trautwein ankündigte.

 Nach Ende der Ausgrabungen will die Kirche mit einer Gedenkstätte an das Unrecht erinnnern. Die Entwürfe für ein Mahnmal sollen Anfang 2015 vorgestellt werden.

Gedenkstätte für kirchliche Zwangsarbeiter geplant


Lange Zeit war nicht bekannt, dass auch die Kirche während der NS-Zeit in Berlin ein Zwangsarbeiterlager betrieb. Jahrzehntelang waren die Überreste auf dem St.-Thomas-Friedhof buchstäblich verschüttet - sie wurden in den vergangenen Monaten wieder freigelegt. Künftig soll nun ein Mahnmal an das Schicksal der Zwangsarbeiter erinnern.


Stand vom 15.08.2014 rbb.de
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Offline md11

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Re: Berlin-Neukölln
« Antwort #2 am: Do, 21. August 2014, 07:44 »
Hallo Thomas,
da hast Du was wieder entdeckt und das ist schrecklich als ich das gelesen habe hier!Es ist eine große Schande!An sowas hab ich auch nicht gedacht!
Jeder sollte es lesen !

Danke für den Artikel hier!

Gruß
Josef

Offline Hubert

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Re: Berlin-Neukölln
« Antwort #3 am: Do, 21. August 2014, 12:30 »

Grüß dich Thomas

An sowas denkt man eigentlich nicht das auch die Kirchen im NS-Staat eigene Zwangsarbeiter "beschäftigt" hatten.
Einige dürften ja noch leben von ihnen, vielleicht kriegt man da noch was raus.
Ich denke wohl es ist an der Zeit das auch dieses Thema aufgearbeitet wird und es eine würdige Gedenkstätte wird.

Grüße Hubert
MORTUI VIVENTES OBLIGANT "Die Toten verpflichten die Lebenden"

 


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