Autor Thema: Schlacht um das Chosin-Reservoir  (Gelesen 2991 mal)

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Offline BlackWolf

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Schlacht um das Chosin-Reservoir
« am: Mo, 18. Dezember 2006, 17:11 »
Konflikt    Koreakrieg
Datum          26. November 1950 - 13. Dezember 1950
Ort            Chosin Reservoir, Korea
Ergebnis      Pyrrhussieg der Chinesen
Kontrahenten
UN Truppen geführt von den US-Streitkräften    Volksrepublik China
Befehlshaber
Oliver Smith    Song Shi-Lun
Truppenstärken
ca. 40.000 Soldaten    120.000
Verluste
2.500 Tote
5.000 Verwundete
192 Vermisste
7.500 Kälteverletzungen    ca. 25.000 Tote
12.500 Verwundete
30.000 Frostopfer


Die Schlacht um das Chosin-Reservoir (eigentlich Gebiet um den "Changjin Stausee") war eine Schlacht während des Koreakriegs, kurz nachdem die Chinesen in den Konflikt eingetreten waren. Eine große Anzahl chinesischer Soldaten gelangte über den Fluss Yalu in das Chosin-Reservoir und kesselte dort die UN-Truppen ein. Es folgte eine brutale Schlacht in eisiger Kälte. Obwohl sie den chinesischen Truppen große Verluste beibrachten, waren die Amerikaner in der Unterzahl und mussten sich sehr schnell aus Nordkorea zurückziehen. Dieser Rückzug stellte den schnellsten in der US-amerikanischen Militärgeschichte dar.

 Überblick

Mitte Oktober 1950 sah es so aus, als wenn der Koreakrieg sich seinem Ende zuneigen würde. Nordkorea war größtenteils von den amerikanisch geführten UN-Truppen besetzt. Jedoch änderte sich dies, als Rotchina am 19. Oktober in den Konflikt eintrat und eine große Anzahl rotchinesischer Truppen über die nördliche Grenze nach Korea eindrang. Die UN-Truppen, deren Hauptverbände die 1. Marine Division des US Marine Corps, die 7. Infanterie Division der US Army und das 41. Independent Commando der Royal Marines waren, wurden bald von den Einheiten der 9. Armeegruppe der Volksbefreiungsarmee, die zum Großteil aus sogenannten "Freiwilligen" bestand, eingekesselt. Am 26. November begannen die UN-Truppen kämpfend den Rückzug in den Süden Richtung Hungnam.

Die Schlacht

Die 20.000 gut ausgerüsteten und mit Luftunterstützung versehenen Soldaten der UN-Truppen trafen auf 200.000 schlecht ausgerüstete aber gut organisierte Soldaten der Volksbefreiungsarmee. In den bis zum 11. Dezember andauernden heftigen Kämpfen fielen 2.500 Soldaten der UN, 5.000 wurden verwundet, und 7.500 weitere erlitten Erfrierungen. Etwa 25.000 Chinesen wurden getötet, 15.000 verwundet, und 40.000 fielen durch Erfrierungen aus.

Nachdem sich die 7. Infanteriedivision zurückgezogen und ihre Ausrüstung dabei zurückgelassen hatte, nahm die 1. Marinedivision zusammen mit den Royal Marines und den Südkoreanischen Marines diese wieder auf, kehrten um und starteten einen aggressiven Gegenangriff, um aus dem Chosin-Reservoir auszubrechen.

Auf die Frage, ob sich die US Marines wie das Heer zurückziehen würden, entgegnete Lieutenant General Oliver Smith, Kommandeur der 1. Marinedivision, dass der Versuch durch die chinesischen Linien zu brechen nicht mit einem Rückzug zu verwechseln sei. General Smith´s Ausführungen wurden verkürzt zu dem bekannten Zitat: "Retreat, hell! We´re attacking in a different direction!" ("Rückzug, zur Hölle damit! Wir greifen nur in eine andere Richtung an!"). Dieser Ausspruch ist an ein Zitat aus dem Ersten Weltkrieg von Captain Lloyd Williams während der Schlacht um Belleau angelehnt: "Retreat, hell! We just got here!" ("Rückzug, zur Hölle damit! Wir sind gerade erst angekommen!")

Auf ihrem "Rückzug" hatten die Marines ständig hervorragende Luftunterstützung durch Flugzeuge von Navy und Marine Corps und waren so in der Lage, alle sieben chinesischen Divisionen, die sie im Reservoir engekesselt hatten, entweder zu vernichten oder kampfunfähig zu machen. Trotz ihres geschwächten Zustandes waren die Chinesen in der Lage, die US Marines auf ihrem Rückzug bis zum Japanischen Meer in Kämpfe zu verwickeln, allerdings erreichten die UN-Truppen unangefochten die Evakuierungszone um Hungnam und konnten sich geordnet absetzen, um in Südkorea weiterzukämpfen.

Folgen

Während es den Chinesen gelang, die UN-Truppen aus dem Reservoir zurückzudrängen, fügten ihnen die US Marines bei ihrem Rückzug starke Verluste zu. Der Rückzug der Marines wurde teilweise durch die Hilfe chinesischstämmiger Marines möglich, welche den chinesischen Funkverkehr abhörten.

Die Marines, die das Reservoir dank der zurückgelassenen Ausrüstung der 7. Infanteriedivision, mit mehr Ausrüstung verließen, als sie anfangs besaßen, waren in der Lage, Nordkorea sicher zu verlassen, was möglicherweise zu dem heutigen Grenzverlauf zwischen Nord- und Südkorea führte. Die Chinesen betrachten die Schlacht trotz der hohen Verluste bis heute als ehrenvoll, da es der Chinesischen Armee im 20. Jahrhundert zum ersten Mal gelang, eine westliche Armee in einer großen Schlacht zu bezwingen. Die US Marines betrachten die Schlacht um das Chosin-Reservoir, trotz der hohen Verluste, bis heute ebenso als eines der stolzesten Kapitel ihrer Geschichte. Dies wird auch durch einen Ausspruch des US-Präsidenten Ronald Reagan belegt: "Some people spend an entire lifetime wondering if they made a difference. The Marines don't have that problem." ("Einige Leute fragen sich ein Leben lang, ob sie etwas bewirkt haben. Die Marines haben dieses Problem nicht.")

 


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