Autor Thema: Eisernes Kreuz (EK) nach 1914  (Gelesen 3254 mal)

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Re: Re: Eisernes Kreuz (EK)
« Antwort #20 am: So, 26. September 2010, 14:06 »

Unter b)
fielen auch Ärzte und Veterinäre, Indendanturräte , Nachschubführer und Kriegsgerichtsräte, die jedoch als Dienstleistende für die Truppenführung " .....nur im Falle besonderer persönlicher Tapferkeit" das Eiserne Kreuz erhalten konnten. Für Kriegspfarrer bestimmte das Oberkommando der Wehrmacht bereits am 5.9.1942 , daß die Verleihung der Kriegsdekoration mit seelsorgerischen Pflichten und Aufgaben unvermeidbar sei. Ausnahmen hat es jedoch hier, wie schon davor , immer gegeben.
Zur Kompensation wurde das Kriegsverdienstkreuz mit und ohne Schwerter, gestiftet am 18.10.1939, bestimmt , quasi als Anerkennung für all jene Taten und Leistungen, die bestimmungsgemäß nicht mit dem Eisernen Kreuz honoriert werden konnten.
Da die Unterstellungsverhältnisse bei Heeres-, Armee- und Korpstruppen häufig wechselten, war die Zentralisierung auf eine einheitliche zuständige Dienststelle nicht durchführbar.
Mitglieder des Reichsarbeitsdienstes ( RAD ) , der Organisation Todt oder sonstiger Verbände konnten ebenfals das Eiserne Kreuz erhalten, wenn eine Tapferkeitstat vorlag. Entsprechende Verleihungsvorschläge liefen über den Kommandeur, dem der Vorgeschlagene zum Zeitpunkt der Vorgeschlagene zum Zeitpunkt der verleihungswürdigen Tat unterstand.

Unter c)
Noch im Februar 1942 verfügte das Oberkommando der Wehrmacht, daß Kriegsauszeichnungen wie das Eiserne Kreuz , keinesfalls an Freiwillige fremder Volksstämme aus den von " .... den Bolschewisten befreiten Gebieten " zur Verleihung gelangen können. Ersatzweise wurde am 14.7.1942 die Tapferkeits- und Verdienstauszeichnung der Ostvölker gestiftet.
Mit Schwertern galt das Ehrenzeichen als Tapferkeits-, und ohne als Verdienstauszeichnung und war in dieser Konstruktion im übertragenen Sinne Eisernes Kreuz und Kriegs-Verdienstkreuz zugleich.Ab 1.3.1943 konnten auch deutsche Soldaten die Auszeichnung erwerben , wenn sie als Kommandeur eines " ostvölkischen " Kampfverband tätig oder diesem zugeteilt waren. Infolge der Dauer des Krieges genügte diese Stiftung nicht mehr, vor allem dann, wenn sich die Tapferkeitstaten wiederholten. Ab Frühjahr 1943 konnte auch hier das Eiserne Kreuz, das Kriegs-Verdienst , alle Waffenabzeichen und das Verwundeten -Abzeichen verliehen werden, sofern bereits die 1. und 2. Klasse der Tapferkeitstauszeichnung vorhanden war. Bedingung war die Zugehörigkeit zur deutschen Wehrmacht, vollzogen durch den Eid auf den "Führer".Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß Volksdeutsche bei der Marine das Eiserne Kreuz erwerben konnten, ihre Verdienste wurden mit dem Kriegs-Verdienstkreuz oder dem Verdienstorden von Deutschen Adler abgegolten.

Unter d)
Verleihungsvorschläge für Wehrmachtsangehörige verbündeter und befreundeter Staaten wurden vom Oberkommando des Heeresbearbeitet. Sonderregelungen mit andersgearteten Kompetenzen kamen ebenfalls vor. Der Ordensaustausch hielt sich an die internationalen Gepflogenheiten; "diplomatische" oder "kameradschaftliche" Verleihungen waren verpöhnt und blieben die Ausnahme. Diese Grundhaltung spiegelt sich in der Betonung der Tapferkeit auch in der zeitgenössischen Berichterstattung wieder :




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Re: Re: Eisernes Kreuz (EK)
« Antwort #21 am: Mi, 29. September 2010, 01:26 »

Der erste verbündete mit dem Eichenlaub


Freude in Rumänien über die Auszeichnung des Generals Lascar.
Von unserem Berichterstatter
schm.Bukarest,28.11.Die Nachricht,daß der Führer dem Kommandeur der 6. rumänischen Infanteriedivision, Generalleutnant Lascar , in Würdigung seiner erfolgreichen Führung und der tapferen Haltung der ihm unterstellten Truppen das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen hat, hat in der rumänischen Öffentlichkeit stolze Freude und Genugtuung ausgelöst.Wie seinerzeit, so betont man in Bukarest, Marschall Antonescu als erster aller Verbündeten die hohe deutsche Kriegsauszeichnung des Ritterkreuzes zum Eisernen Kreuz vom Führer empfangen habe, so sei nunmehr Generalleutnant Lascar der erste nichtdeutsche Eichenlaubträger, eine Tatsache, die eine neue bedeutendsame Ehrung der gesamten rumänischen Wehrmacht und ihres tapferen Einsatzes an der Seite des Reichs darstellte.
Generalleutnant Mihail Lascar, der auch die höchste rumänische Kriegsauszeichnung, den Orden Michael der Tapfere trägt, wurde am 8. November 1889 in Targul-Jiu als Sohn einer alten oltenischen Familie geboren. Nach dem Weltkrieg absolvierte er die Kriegsakademie, arbeitete später im Generalstab , war Subchef des Generalstabes der Luftwaffe, 1935 Proffessor an der Kriegsakademie und wurde 1939 zum Brigadegeneral befördert.Am 26.Januar 1942 verlieh der Führer Brigadegeneral Lascar als zweitem von bisher sechs rumänischen Heerführern das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.



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Re: Re: Eisernes Kreuz (EK)
« Antwort #22 am: Do, 30. September 2010, 00:42 »

Unter e)
 Die zahlreichen Verfügungen zur Verleihung des Eisernen Kreuzes zu beleuchten ist hier weder Ort noch Raum; einige Hinweise sollen jedoch die Denkweise der erweiterten Regelungen schlaglichtartig beleuchten :
- Die Verleihung des Verwundeten-Abzeichens in den Stufen Silber oder Gold, d.h. 3- und mehrmalige Verwundung, berechtigte ab 1940 zur Beantragung des Eisernen Kreuzes, da man nun eine schwere Verwundung mit der Tapferkeitstat gleichsetzte, wobei die 1. Klasse an die Empfehlung der Truppe gebunden war.
- Minenräumen galt ebenfals als Tapferkeitstat. ".... der Führer wünscht, daß Tapferkeitstaten beim Minenräumen in vermehrtem Maß und schnelstens durch Verleihung des Eisernen Kreuzes, gegebenfals sogar des Ritterkreuzes, ausgezeichnet werden sollen."
- Auch Flugzeugabschüsse und tapferes Verhalten bei feindlichen Luftangriffen berechtigt zur Verleihung des Eisernen Kreuzes 2.Klasse, sofern eine Anerkennungsurkunde des Abschusses vorlag.
-Polizei-Angehörige und SS-Polizei-Einheiten, die in vorderster Linie oder im Operationsgebiet eingesetzt waren, wurden nach den gleichen Grundsätzen wie Soldaten beliehen.
-Und, als Ausnahmeregelung besonders beschämend, konnte auch "...jüdischen Mischlingen und Soldaten, die mit Juden oder jüdischen Mischlingen verwandt sind " das Eiserne Kreuz verliehen werden.Am 8.10.1944 wurde dann für diesen Personenkreis ein Verleihungsverbot ausgesprochen.
- Die Verleihung des Eisernen Kreuzes an weibliches Heeresgefolge und weibliche Personen in anderen Stellungen hatte sich der " Führer " für Ausnahmefälle vorbehalten:
1.Verleihung
Flugkapitän Hanna Reitsch
Eisernes Kreuz 2. Klasse am 28.3.1941
Eisernes Kreuz 1. Klasse am 14.11.1942
2.Verleihung
Krankenschwester Elfriede Wnuk, ( Mingfen/Ostpreußen )
Eisernes Kreuz 2. Klasse am 15.10.1942
3.Verleihung
Flugkapitän Dipl.-Ing. Melitta Gräfin Schenk von Stauffenberg,geb.Schiller
Eisernes Kreuz 2.Klasse am 21.2.1943.
Ansonsten war für Frauen das Kriegs-Verdienstkreuz mit und ohne Schwerter vorgesehen.
- Posthume Verleihungen waren erstmals in der Geschichte des Eisernen Kreuzes ab 1940 durch einen zunächst unveröffentlichen " Führererlaß " möglich. Die Auszeichnung konnte den Hinterbliebenen als Andenken behalten.Die erste post-mortem Verleihung des Eisernen Kreuzes wurde für den TN-Gefolgschaftsführer Wolfram Veek ausgesprochen, der als Leiter des Bremer Instandsetzungszuges des Sicherheits- und Hilfsdienstes 1942 im Dienst das Leben verlor.
-Ebenfalls Anspruch auf das Eiserne Kreuz hatten "...unverschuldet in Kriegsgefangenschaft geratene Wehrmachtsangehörige sowie vermißte...Bei Prüfung des Unverschuldens ist ein strenger Maßstab anzulegen." Diese Regelung galt bis 9.9.1944.

Generell blieb mit dem Tode des Beliehenen das Eiserne Kreuz als Erinnerungsstück in der Familie bzw. bei den Hinterbliebenen. Erinnern wir uns :
1813/15 Rückgabe infolge Vererbungsansprüchen, ab 1859 Ausnahmen zulässig
1870/71 Rückgabepflicht, Ausnahmen durch Erlaß vom 18.10.1870 möglich
1914/18 Verbleib bei den Angehörigen.



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Re: Re: Eisernes Kreuz (EK)
« Antwort #23 am: So, 21. November 2010, 15:00 »
Die Ritterkreuze des Eisernen Kreuzes 1939


Die Vorraussetzungen für die Verleihung des Ritterkreuzes regelten die Richtlinien des Oberkommando des Heeres . Die Verleihung erfolgte aufgrund  " ...besonderer kampfentscheidender Tapferkeitstaten " . Vorraussetzung war der eigene selbstständige Entschluß hervorragender persönlicher Tapferkeit und ausschlaggebende Erfolge für die Kampfführung, bezogen auf das Gesamtgeschehen. Dienstgrad und Dienststellung waren insoweit zu berücksichtigen, als auch Einzelleistungen von bedeutendem örtlichen Erfolg als Vorteil für das Ganze gesehen wurden, als dafür eine Ritterkreuzverleihung möglich war.
Generell war das Eiserne Kreuz 2. und 1.Klasse bereits verliehen, wenn der Ritterkreuz-Vorschlag gemacht wurde.Ausnahmen hat es jedoch gegeben. Am 8.2.1943 erhielt der Gefreite Werner Wrangel , Richtschütze in der 1.Panzer-Jäger-Abt.183 gleichzeitig beide Eiserne Kreuze und das Ritterkreuz " ...weil er es einer ganzen Kampftruppe ermöglichte sich geschlossen mit allen Verwundeten zurückzuziehen.Er wehrte bis zuletzt einen russischen Massenangriff  ab und sprengte, als letzter vor dem Feind , sein Geschütz, ehe er sich absetzte."
" Hunderte von Kameraden verdankten ihm sein Leben ",schrieb damals die Presse.
Ritterkreuzvorschläge durften von Zwischendienststellen weder aufgehalten noch abgelehnt werden, gefordert wurde lediglich eine Stellungnahme und Weiterleitung an die nächsthöhere Dienststelle bis an das Oberkommando des Heeres/Personalamt,Staffel 1.
In besonderen Fällen konnten die Verleihungsvorschläge per Fernschreiben an das OKH/PA 1.Staffel gegeben werden, wenn zuvor das übergeordnete Armee-Oberkommando dem Verfahren zugestimmt hatten. Als Gründe galten Lebensgefahr des Vorgeschlagenen oder große räumliche Entfernungen, die eine nicht gerechtfertigte Verzögerung bedeutet hätten.
Ritterkreuz-Vorschläge sollten nach einem vorgeschriebenen Schema erfolgen :
-Kernpunkt der zu schildernden Tat,
-kurze Gefechtsberichte und /oder
 Skizzen wurden als hilfreich angesehen ,
-bisherige Verwendung und frühere besondere
 Leistungen waren stichwortartig anzumerken,
-die Beurteilung der Persönlichkeit des Trägers
 gehörte nicht zum Vorschlag,
-der ausschlaggebende Erfolg der Kampfführung
 war überzeugend darzustellen und zu belegen,
-Voraussetzung war jeweils die persönliche Tapferkeit,
 nicht die tapfere Haltung der Truppe.
Das anschließende Muster für eine Ritterkreuz-Verleihung, die post-mortem erfolgte, verdeutlicht das Verfahren .Hauptmann Köthe, gefallen am 17.7.1944 in Ancona/Italien, erhielt das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz am 23.8.1944.



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Re: Re: Eisernes Kreuz (EK)
« Antwort #24 am: Fr, 26. November 2010, 20:26 »

Abschrift

Der Chef des Heerespersonalamtes

Entwurf
Vorschlag Nr.3479
für die Verleihung des Ritterkreuzes
des Eisernen Kreuzes
Hauptquartier OKH, den 18.August 1944
F.d.R.der Abschrift
(Unterschrift)
Hauptmann


Kötke,Werner , Berlin 31.7.16
Hauptmann I./Gren.Rgt.994
278.Inf.Dif.
22.5.40
25.7.43
---
Btl.-Kommandeur 28.12.43
aktiver Offizier
Tischler
278.Infanterie-Division den 27.Juli 1944


Hauptmann Kötke ist ein bereits in den Feldzügen des Ostens beim Gren.Reg.681 besonders bewehrter Rgts.-Adjudant gewesen.Als solcher übernahm er nach Zerschlagung des Regiments und dem Ausfall des Rgts.-Führer im Oktober 1943 die Führung der Regiments-Gruppe 681, die im Brückenkopf Saporoshje eingesetzt war und zeichnete sich schon als junger Offizier an der Spitze dieser Rgts.-Gruppe besonders aus.
Im Frühjahr 1944 wurde Hauptm.Kötke zum Kdr. des I./Gren.Rgt.994 ernannt und führte dieses,von ihm selbst aufgestellte und vorzüglich ausgebildete Bataillon, in die große Abwehrschlacht an der süditalienischen Front.Hier brachten die beiden großen Abwehrschlachten der Division südlich Ancona die große Bewehrungsstunde für Hauptmann Kötke. Immer im Brennpunkt des Geschehens stehend wurde sein Btl. in der Nacht vom 14. zum 15.7.1944 früh dort eingesetzt, wo der Hauptstoß des Gegners erwartet wurde.
Als am 17.7.44 früh nach schwerem Trommelfeuer und nach dem Einsatz von Bombern und Jagtfliegern der Feind zum Großangriff antrat, zeichnete sich das Bataillon Kötke und an der Spitze sein tapferer Kommandeur heldenhaft aus und schlug zunächst bei San-Paterniano und San-Stefano alle Angriffe des Feindes zurück.In den Mittagsstunden des Tages setzte dann der Heldenkampf von Hauptm.Kötke und seines Stabes um Höhe 360 südlich Offagna ein . Höhe 360 war der Angelpunkt der Stellung und ihr Besitz war entscheident für die Behauptung von Ankona . Obwohl schon schwer verwundet, verteidigte Hauptm.Kötke den ganzen Tag über die Höhe 360 und starb dann, der Übermacht des Feindes erlegen, getreu seinem Fahneneidmit seinem Adjutanten und inmitten seier Melder und Nachrichtenleute den Heldentot.
Durch dieses Ausharren und Halten der Höhe 360 gab Hauptm. Kötke seinem Regiments-Kommandeur die Möglichkeit, die entstandene Lücke zu schließen und die Stellung südlich Offanga noch bis zum nächsten Morgen zu Halten .
Durch sein Kämpfen und Sterben gab Hauptm. Kötke des bewunderungswürdige Beispiel eines deutschen Offiziers, der in jeder Lage, im Leben wie im Sterben , seinen Leuten Führer und Vorbild war.
Ich halte Hauptmann Kötke für würdig nach seinem Heldentode mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet zu werden , besonders . da bereits bei der Division ein Vorschlag zum Deutschen Kreuz in Gold für mehrere Heldentaten seit 1943 vorlag.



gez.Hoppe
Generalleutnant u.Div.-Kommandeur
11.Geb.A.K.        den 30.Juli
1944
 
Befürwortet
Der Kommandierende General
gez.Feuerstein
General der Gebirgstruppen
10.Armee      den 1. August 1944
Der Vorschlag zur Verleihung des Ritterkreuzes
des Eisernen Kreuzes an den
Gefallenen Hauptm. Kötke wird von mir warm befürwortet.

Der Oberbefehlshaber
gez.von Nietinghoff
Generaloberst
Heereasgruppe C      den 4.August 1944
Der Vorschlag auf Verleihung des Ritterkreuzes
des Eisernen Kreuzes an den gefallenen
Hauptm. Kötke wird besonders befürwortet .
Der Oberbefehlshaber
gez.Kesselring
Generalfeldmarschall





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Re: Re: Eisernes Kreuz (EK)
« Antwort #25 am: So, 28. November 2010, 14:34 »
Das Verleihungsverfahren für die Ritterkreuze unterschied sich nur unwesentlich von den Verleihungsrichtlinien für das Eiserne Kreuz beider Klassen . Diese wurden im Namen des " Führers " von den beauftragten Dienststellen ausgegeben, die Ritterkreuze dagegen verlieh der " Führer " und Oberste Befehlshaber im Namen des Deutschen Volkes . Die damit verbundene Aufwertung entsprach dem gewollten Niveau des Ritterkreuzes.
Ritterkreuzträger genossen neben anderen Privilegien auch das Vorrecht die beiden oberen Knöpfe des Mantels offen zu lassen. Besaß der Träger weitere Halsorden,beispielsweise den Pour le Me'rite , so wurde stets das Ritterkreuz zu oberst getragen.



Das Ritterkreuz mit Eichenlaub von 1940


Am 3.6.1940 wurde die Verordnung über die Erneuerung des Eisernen Kreuzes geändert, d.h. erweitert. Artikel 4/Punkt 3 lautete nunmehr: " Das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes besteht aus einem silbernen Eichenlaub von drei Blättern, daß auf der Bandspange aufliegt." Das Eichenlaub würdigte wiederholte, außergewöhnliche Tapferkeitstaten, aber auch eine einmalige, ganz besonders entscheidende Tat im Rahmen der Dienststellung und des Dienstgrades. Als Maßstab wurde eine Tat angesehen die erneut zur verleihung eines Ritterkreuzes geführt hätte. Das Eichenlaub überbrückte damit den immensen Abstand zwischen Ritterkreuz und Großkreuz.
Die Adjutanten der Divisionen und höhere Kommandobehörden hatten über alle Tapferkeitstaten von Ritterkreuzträgern permanente Aufzeichnungen zu machen. Diese Liste waren dem Verleihungsvorschlag beizufügen und sie begleiteten auch die Personalackte bei den Vorgesetzten.
Alle mit dem Eichenlaub und später den höheren Stufen zum Eichenlaub ausgezeichneten Soldaten des Heeres maldeten sich wegen des Empfangs der Auszeichnung umgehend im Hauptquartier OKW/PA/1. Staffel. Von dort wurde dann die Meldung an den " Führer " und ggf. der Empfang durch diesen veranlaßt.




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Re: Re: Eisernes Kreuz (EK)
« Antwort #26 am: Mi, 01. Dezember 2010, 00:31 »
Das Ritterkreuz mit Eichenlaub und Schwertern sowie die Brilianten dazu von 1941



Am 28.9.1941 erging die 2.Verordnung zur Änderung des Eisernen Kreuzes.der Artikel 1 wurde erweitert um
-das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und Schwertern,
-um das Ritterkreuz mit Eichenlaub,Schwertern und Brillianten.
Der Artikel 4/Punkt 3 lautete nunmehr :
" Das Eichenlaub mit Schwertern zeigt unter den drei silbernen Blättern zwei silberne ,gekreuzte Schwerter."
Das erste Eichenlaub mit Schwertern erhielt am 21.6.1941 Oberstleutnant Adolf Galland, Kommodore des Jagdgeschwaders 26 "Schlageter" , zugleich mit einem Telegram des "Führers":
" Nehmen Sie zu Ihren drei neuen Luftsiegen meine Gratulation entgegen.
Im Ansehen Ihres immer bewährten Heldentums verleihe ich Ihnen als ersten Offizier der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.
(gez.) Adolf Hitler"

Einen Tag später schoß Oberstleutnant Mölders seinen 72. Gegner im Luftkampf ab. Er erhielt ein gleichlautendes Telegramm als zweiter Träger des Eichenlaubes mit Schwertern.Kommen zu den 882 erfaßten Verleihungen des Ritterkreuzes mit Eichenlaub und Schwertern noch sieben Ausländer ( Lascar, Munoz-Grande, Yamamoto, Teodorini , Dimitrescu, Koga und Freiherr von Mannerheim) so ist es bei den 159 Schwertträgern nur noch eine Verleihung am 27.5.1943 an den japanischen Großadmiral und Flottenchef Yamamoto. Bei den Brillianten ist keine ausländische Verleihung erfolgt. Es ist erkennbar, daß bei den höheren Stufen dieses Kriegsordens soetwas wie ein Wertebegriff für deutsche Tapferkeit angestrebt wurde.Zur Rangstellung schreibt Hütte :

" Das Ritterkreuz und seine Ergänzungen, daß entsprechend der Verleihungsrichtlinien des Eisernen Kreuzes auch an Soldaten der Verbündeten verliehen wurde, war ein außerordentlich schwer zu erringender und daher hoch geachteter Orden, Besitzer dieser Auszeichnung hatten weit mehr als ihre Pflicht getan; das strenge Prüfungsverfahrender eingereichten Anträge, die kritische Auswahl der zum Ritterkreuz Vorgeschlagenen machte es so gut wie unmöglich, daß der Orden im Sinne der Stiftung an Unwürdige verliehen wurde. Träger der Auszeichnung , wie Rudel ,Mölders, Galland , Marsaille , Rommel , Dietl ,und viele andere galten in ihrer Zeit als Helden der Nation. Schon die geringe Zahl von rund 8250 Verleihungen erklärt hinreichend, daß bei einer Gesammtstärke der Deutschen Wehrmacht von etwa 20 Millionen Mann das Ritterkreuz außerordentlich sparsam verliehen wurde. "

Der nationalsotialistische Staat sah in den Ritterkreuz-Trägern aller Stufen die Elite des Reiches und versuchte , den Krieg als Geburtsstunde einer neuen Gesellschaftsordnung hochzustilisieren. Als Vehikel dafür dienten die militärischen Auszeichnungen .Zeitgenössisch las sich daß so :
" Der Soldat dieses Krieges besitzt Selbstbewußtsein , daß unabhängig vom Geld und vom Besitz ist. Die Kriegsauszeichnungen dieses Krieges haben eine andere Bedeutung als die im Weltkrieg verliehenen; nicht deshalb, weil sie im Ersten Weltkrieg weniger verdient worden wären, sondern deshalb, weil die an diesem Krieg erworbenen von der Nation einen höheren Wert haben. Sie bezeichnen einen erworbenen Rang, der nicht mehr überschattet ist von der nach dem Besitz abgestuften bürgerlichen Gesellschaftsordnung. Ein Ritterkreuzträger gehört heute unwiedersprochen zum Adel der Nation, und seine gesellschaftliche Achtung ist durch sein Ritterkreuz bestimmt, auch wenn er früher ein kleiner Bankangestellter war und jetzt an seiner Uniform den Gefreitenwinkel trägt. Die alte bürgerliche Gesellschaftsordnung ist schon vor dem Krieg weitgehend abgetan worden durch die vom Nationalsozialismus eingeführte politische Rangordnung. Durch die militärischen Auszeichnungen aber ist ein neues Monument in Aktion getreten. Wie auf den Schlachtfeldern eine Leistung sich offenbart, die nichts mit Gelderwerb zu tun hat, so wird das durch die Kriegsauszeichnungen ausgedrückte Ansehen wegen den Leistungen auf den Schlachtfeldern jene Rangordnung zu Fall bringen, die sich im Besitz dokumentiert. Es handelt sich hierbei auch nicht um die Träger der Kriegsauszeichnung allein. Die gesammte Wehrmacht vollbringt eine Leistung , die weder wirtschaftlich ist noch wirtschaftlich erfaßt werden kann, und deshalb sprengt diese Leistung eine Gesellschaftsordnug, deren Abstufungen sich vom wirtschaftlichen Erfolg herleiten. "



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Re: Re: Eisernes Kreuz (EK)
« Antwort #27 am: Do, 02. Dezember 2010, 01:25 »
Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 1939


Am 15.Juli 1941 wurde das Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten als höchste deutsche Auszeichnung geschaffen und am gleichen Tag verliehen.Oberst Werner Mölders, der als Kommodore das Jagdgeschwader 51 befehligte, erhielt als erster diese Auszeichnung. Die Stiftung wurde jedoch erst mit 75tägiger Verspätung am 28.September 1941 mit der zweiten Änderungsverordnung in das System der Stufen-bzw. Klasseneinteilung des Eisernen Kreuzes eingefügt.
In der zweiten Verordnung zur Änderung der Verordnung über die Erneuerung des Eisernen Kreuzes vom 28.September 1941 heißt es : " Bei dem Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten sind die drei silbernen Blätter und die Schwertgriffe mit Brillanten besetzt." Während ursprünglich die Brillanten nur auf dem Eichenlaub montiert waren, wurden später auch die Griffe und Parierstangen der Schwerter mit Steinen besetzt.
Vom Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten wurden zwei verschiedene Typen verliehen und teilweise übergeben.

Typ 1


Träger Nr.1 ( Mölders ) und Träger Nr.2 ( Galland ) wurde nur ein sogenanntes A-Stück aus Silber mit echten Steinen ausgehändigt. Das sogennante B-Stück
mit unechten Steinen erhielten beide nicht. Dieses A-Stück ist aus der bekannten Form der verliehenen Exemplare des Eichenlaubes mit Schwertern entstanden. Es ist jedoch nicht so , daß lediglich ein vorhandenes Exemplar " Eichenlaub mit Schwertern " zusätzlich mit Brillanten versehen wurde.
Es entstand eine vollkommen neue Form in Juweliersarbeit unter Einbeziehung des vorhandenen Modells .Von diesem blieb nur die äußere Hülle, während die Rückseite hohl verarbeitet wurde. Daraus resultiert ein brillantenbesetztes Eichenlaub mit ca.40 Steinen. Durch entsprechende Öffnungen ( Schlitze ) in den Seitenwänden des Eichenlaubes als auch in der Rückseite der glatten Schwerter sowie in den Fassungen der Brillanten, wurde sichergestellt, daß die Brillanz der
echten Steine voll zum Tragen kam.


Typ 2


Jeder Beliehene ab Träger Nr.3 ( Gollob ) erhielt ein sogennantes B-Stück :
Größtenteils aus Platin -950PT-. Die Halterung sowie der Unterbau ( Rahmen ) und der Sprungring wurden in Weißgold 585-hergestellt.
Desweiteren ein sogenanntes B-Stück :
Silber -835- mit unechten Steinen , das normalerweise zum Tragen bestimmt war . A-Stücke wurden meines Wissens nur von General Balk, Major Rudel und Oberst Galland getragen. Von dieser Verleihungspraxis gibt es zwei Ausnahmen :

               1.General Ramke wurde nur ein A-Stück nach der Kapitulation der Festung Brest über das Rote Kreuz in der Gefangenschaft ausgehändigt.
               2. Oberst Galland erhielt als einziger der 27 Beliehenen vier A-Stücke des 2.Typs.



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Re: Re: Eisernes Kreuz (EK)
« Antwort #28 am: Fr, 03. Dezember 2010, 01:25 »
Galland : " Wie ich die Brillanten ( zum Ritterkreuz mit Eichenlaub und Schwertern ) bekam , ist eine Geschichte für sich ." Hitler hatte sie ihm gerade umgehängt, als Göring wissen wollte : Sagen Sie mal, sind das die Brillanten, die ihnen der Führer verliehen hat? Geben Sie das Ding mal her."
Berichtet Galland: " Ich legte Messer und Gabel beiseite und begann unter den interessierten Blicken der Tischgäste mir das Ritterkreuz vom Halse zu montieren. Normalerweise wurde das schwarzweißrote Ordensband unter dem Kragen mit Druckknöpfen befestigt. Das hatte sich jedoch als unpraktisch erwiesen, und wir waren zu der Befestigung mittels Gummiband übergegangen, wozu sich ein Damenstrumpfband als das zweckmäßigste gezeigt und unter uns Jagdfliegern weitgehend eingebürgert hatte".Die Heiterkeit legte sich, Göring mäkelte:
" Nee , das sind ja gar keine Brillanten.Das sind Splitter, ganz mieße , elende Splitter. Die hat sich der Führer aufschwatzen lassen. Von Kanonen ,Schlachtschiffen und Panzern versteht er wirklich was, aber von Brillanten hat er keine blasse Ahnung. Passen Sie mal auf, Galland, ich laß ihnen welche machen. Da sollten Sie mal staunen.Ich habe noch eine kleine Reserve."
Galland: " Er ( Göring ) nahm die Erstausfertigung mit, während ich mein Ritterkreuz an einer Büroklammer befestigte. Wenig später wurde ich zu Göring nach Karinhall befohlen. Die Brillanten
waren in Sonderanfertigung bei seinem Hofjuwelier gefaßt worden. Göring freute sich wie ein Kind. Unwillkührlich dachte ich an die Umtauschaktion meines Spanienkreuzes, bei der er das goldene in seiner Tasche hatte verschwinden lassen, nach dem er mir das mit Brillanten an die Brust geheftet hatte. Aber ich täuschte mich ."
Göring hielt beide Brillanten-Kreuze hoch : "Sehen Sie mal, das hier sind Führer-Brillanten.Und das sind Reichsmarschall-Brillanten. Merken Sie den Unterschied? Wer versteht hier nun was von Brillanten?" Galland hatte nun die Brillanten doppelt, als Hitler ihn zu sich befahl : " Galland ich bin jetzt in der Lage, Ihnen die entgültige Ausführung der höchsten deutschen Tapferkeitsauszeichnung zu übergeben. Das, was sie bisher trugen ist nur eine Interimsausführung."


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« Antwort #29 am: Fr, 10. Dezember 2010, 21:03 »

Dazu Galland: " Ich bekam einen Schreck,denn ich trug bei dieser Gelegenheit nichtsahnend die Reichsmarschall-Brillanten.Offenbar hatte ihn Göring nicht informiert,daß er mir schon eine neue Anfertigung hatte machen lassen.Die Sache wurde noch peinlicher , als auch Hitler mich jetzt aufforderte, ihm meine Auszeichnung zu geben . Das Damenstrumpfband bemerkte er nicht , aber jetzt mußte sich herausstellen, daß ich einen ganz anderen Orden trug als den, den er mir verliehen hatte."
Der Führer merkte nichts . Er verglich das Meisterwerk des Göringschen Hofjuweliers mit der von ihm bestellten Doublette.
Zu Galland: " Na, merken sie den Unterschied?.Das ( Görings Brillanten ) sind Splitter , und das hier ( die entgültige Ausführung ) sind wirklich Brillanten."
Galland in seinen Memoiren: " Von Brillanten hatte er wirklich keine Ahnung. Ich aber besaß die Auszeichnung jetzt dreifach."
" Als sich der Krieg seinem Ende zuneigte, wurde meine Dienststelle in Berlin total ausgebommt, wobei u.a., auch meine Brillanten, Anfertigung Nr.3, verlorenging.
Der Grund, daß ich sie damals nicht mehr trug , war ein anderer. Der Vorwand-als Hitler erfuhr, ließ er mir die Brillanten neu anfertigen. Es waren meine vierten !"


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