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Gedenktafeln/-stätten, Soldatenfriedhöfe, Museen, Beratungsstellen, Personensuche => Gegen das Vergessen - Kriegsgräber => Thema gestartet von: Quello in Di, 10. November 2015, 21:04

Titel: Trauer um unsere deutschen Soldaten- gegen das Vergessen
Beitrag von: Quello in Di, 10. November 2015, 21:04
Liebe Freunde,

obwohl ich hier kein spezielles Denkmal benenne, möchte ich doch diesen Artikel s.Anh. an dieser Stelle einsetzen. Es geht um das Vergessen einer besonderen Art; das kaum noch wahrnehmbare Gedenken an unsere deutschen Soldaten und Angehörige, noch nicht mal am Volkstrauertag.

Wo es keine Erinnerung gibt, hält das Böse die Wunden offen.


im Septemberheft "Kameraden" 2015 las ich einen Artilel v. Generalmaj. D.J. Reichardt "Kriegs-gräberfürsorge". Einen Abschnitt daraus "Trauer um beliebige Tote" (S: Anhang) möchte ich gerne ins Forum stellen. Wie es zu lesen ist, sind es u.a. die Worte des Präsidenten des Volksbundes zur zentralen Gedenkfeier des Volkstrauertages am 16.11.2014 in Berlin.
Dieser Abschnitt hatte in mir erneut in verstärktem Maße ein Erlebnis am Volkstrauertag 2013 in Dietershein/Bingen (Rheinwiesenlager) hervorgerufen, dass mich damals eigentlich krank gemacht hat. Überwunden habe ich es bis heute nicht.


In Kürze: Mein Vater ist als eines der Opfer des ehemaligen Lagers auf dem dortigen Ehrenfriedof beerdigt. Ich entschloss mich, 2013 am Volkstrauertag an der Trauerfeier dort teilzunehmen. Und dann passierte genau das, was in dem Artikel hier angesprochen wurde:
Gedenken an Naziverbrechen, Gedenken an all die Kriege die es in letzter Zeit gab und noch gibt, Gedenken an all die Toten dieser Kriege u.ä.
Kaum ein Wort über deutsche Soldaten und nichts über die unvorstellbaren Verbrechen an deutschen Soldaten und Zivilisten, die genau hier auf diesem Boden und Umkreis elend um ihr Leben gebracht wurden. Es war, als ob dieser Ort in der Realität nie existiert hatte.

Was empfindet man als Angehöriger - als Deutscher?

Anschließend habe ich den anwesenden Landrat über diese Ungeheuerlichkeiten hingewiesen und ihm zum Schluß gesagt, dass ich nicht hunderte von Kilometern gefahren bin, um mir eine politische Zeitungsschau anzuhören.
Ich bekam u. a. zu hören, dass dieser Tag kein Zeitpunkt für eine private Trauer wäre. Dafür müsste ich extra anreisen. Alle anderen Delegierten schwiegen und verließen nach und nach den Friedhof. Schließlich stand ich ganz alleine da.
Zeit für private Trauer!
Ich bin an diesem Volkstrauertag nicht nach Dietersheim wegen meiner privaten Trauer gefahren,sondern um meinem Vater und allen hier unter unvorstellbaren Umständen Verstorbenen deulich zugedenken. Das ist nicht verstanden worden.

Herzlichst Quello
Titel: Re: Trauer um unsere deutschen Soldaten- gegen das Vergessen
Beitrag von: kka67 in So, 15. November 2015, 18:29
hallo Quello,

eine schöne Gedenkkultur haben wir in Deutschland,

das ist genau mein heutiges Empfinden vom politischen Deutschland,
keine Geschichte, kein Rückrat, kein Stolz !!!!

man kann nicht 12 Jahre der Vergangenheit für alles verantwortlich machen,

manchmal hat man das Gefühl, Deutschland sollte sich abschaffen und sich auf unsere Nachbarstaaten aufteilen,
dann könnte man wieder selbstbewußt und stolz sein, z.B. als Franzose, Pole oder Österreicher,

und das Thema "Rheinwiesenlager" ist immer noch überwiegend ein Tabu in der Politik,

Gruß kka67
Titel: Re: Trauer um unsere deutschen Soldaten- gegen das Vergessen
Beitrag von: adrian in Sa, 21. November 2015, 08:44
Hallo Quello,

Dir gebührt hier ein großes Dankeschön, dass Du den Artikel aus den "Kameraden" eingestellt hast.
Auch gerade dieses ist einer Gedenktafel wert. Ich habe ein ähnliches Empfinden gehabt, als ich den
Artikel in den Kameraden las. Was haben wir nur verbrochen, dass "man" sein eigenes Volk, seine eigenen Wurzeln
verleugnet, um der Welt zu zeigen, wie offen wir doch für die 12 Jahre währende Diktatur sind. Den Kriegstreibern
der heutigen Zeit fällt solches überhaupt nicht ein, dort sind die eigenen Soldaten Helden des eigenen Volkes. Dafür
öffnet unsere politische Führung dem Einmarsch fremder Kriegstreiber Tür und Tor, aber um Gottes Willen, nur demütig
der Welt den guten deutschen Willen zeigen.
Ja, kkh67, schade, dass ich Dich nicht mit Deinem Namen anreden kann. Du hast völlig recht, vielleicht wäre es für uns
vorteilhafter den Beginn der Abschaffung zu beschleunigen, da brauchten wir viel weniger Steuern zu bezahlen, die dem
Staat in üppiger Höhe ohne viel eigenes Zutun in den Schoß fallen und könnten endlich sagen, was wir denken, ohne dafür
in die rechte Ecke gestellt zu werden.
Leider ist die Geschichte des letzten Jahrhunderts noch lange nicht aufgearbeitet und nur ganz langsam kommt einiges von
den Leiden des eigenen Volkes ans Tageslicht. Auch die Rheinwiesenlager mit Tausenden Toten geben hier ein beredtes Zeugnis von der Willkür der "Gutmenschen". Man könnte schier verzweifeln, aber wir werden es nicht, sondern sollten auf den
möglichen Plattformen unsere Meinung immer wieder frei äußern, denn das ist unser verfassungsmäßig verbürgtes Recht.
Ich habe die Aussage der neuen Kölner Bürgermeisterin noch im Ohr, sie sprach sich gegen Fremdenfeindlichkeit und jede Form rechtsextremer Gewalt aus, die linksextreme ist ihr scheinbar völlig egal. Schade, dass wir solch eine politische Führung haben. Wohin gehst Du Vaterland und mit Akif Pirincci zu sprechen, Deutschland von Sinnen, ist es so? ... so ist es.

Gruß
Werner
Titel: Trauer um unsere deutschen Soldaten- gegen das Vergessen, auch aller zivilen Opfer
Beitrag von: adrian in So, 01. Februar 2026, 21:27
Hallo in die Runde,
immer wieder werde ich beim Studium der Ursachen beider Weltkriege darauf aufmerksam,
dass wir Deutschen eine Kollektivschuld aufgedrückt bekommen haben. Ich weiß, dass an beiden Kriegen
sowohl die sog. Alliierten (USA, Frankreich, Großbritannien, Polen und einige mehr einen ebensolchen
ziemlich großen Anteil am Ausbruch tragen, also Deutschland ist nicht die alleinige Schuld in die Schuhe zu schieben. Da kann ich z.B. nicht verstehen, dass man selbst die Soldaten, die auch nicht alle freiwillig in den Krieg zogen, als Verbrecher diffamiert (Wehrmachtsausstellung Reemtsma), ihr erinnert Euch, die vielen durch die Bombardierung der deutschen Städte umgekommenden zivilen Opfer überhaupt nichjt mehr erwähnt, obwohl vielfach weder kriegswichtige Industrien noch Wehrmachtseinheiten jeglicher Art dort beherbergten, überhaupt nicht mehr erwähnt (Dresden, Hamburg, Würzburg etc.) werden. Wir vergessen in unserem Land, dass Millionen Menschen aus ihrer angestammten Heimat vertrieben worden sind, mehr als zwei Millionen auf der Flucht ums Leben kamen. Wir vergessen die viele Opfer, die nach der Kapitulation von den Siegern vergewaltigt oder umgebracht wurden. Dafür wurde niemand zur Rechenschaft gezogen, die Deutschen waren ja diejenigen, denen man die Alleinschuld an den Kriegen gab und dies in der Öffentlichkeit noch immer anprangert.
Ich schäme mich oft über die Aussagen unserer Politiker, die nur die Meinung der Sieger vertreten, von einigen Ausnahmen abgesehen. Was können wir tun, dass endlich die Wahrheit ans Licht kommt. In der Öffentlichkeit opponieren wäre eine Möglichkeit, ich empfehle vielfach Literatur, die eigenlich in die Schulen gehört, aber ...! Man könnte verzweifeln, wenn man täglich über Juden und jüdisches Leben informiert wird, immer mit einem Unterton. Es ist ungerecht uns Deutschen gegenüber. Es wird Zeit ...
Gruß
Werner