Ein Bericht des Spiegels aus dem Jahre 1999
https://www.spiegel.de/politik/eklat-um-die-toten-deutschen-a-3bcc0024-0002-0001-0000-000013220439
Hallo Ulla,
dem Spiegel habe ich seit langem nicht über den Weg getraut, aber was der Christian Neff hier schreibt,
scheint an vielem zu liegen, was auch heute noch die Freundschaft zwischen Deutschen und Russen etc. und weiteren Völkerschaften trübt. Es liegt nicht an den einfachen Menschen, die haben Frieden miteinander geschlossen. Es liegt an unseren Regierungen, ob auf Landes oder Kreis bzw. Kommunenebene. Sie können einfach
nicht nachdenken. Nur über ihre Tantiemen wissen alles ganz genau. Und jedes erhöhen sie ihre "Diäten", gleich, nachdem sich nach der Wahl die gewählten Vertreter vereint in der "Volksvertretung treffen.
Ich war in Wolgograd und in Rossoschka, habe auch bei der Einweihung der neuen offenen Kapelle auf dem dt. Soldatenfriedhof beiwohnen können. Diese vom Volksbund organisierte Reise hatte uns mit noch lebenden Veteranen der Roten Armee zusammengebracht, von denen niemand auf uns Deutsche geschimpft hat. Die Leiden
sowohl der russischen Soldaten und Zivilisten als auch der eingeschlossenen Soldaten der 6. Armee der Deutschen WEhrmacht müssen unvorstellbar gewesen sein. Dazu kam dann noch das Schicksal und die Gefangenschaft der ca. 90.000 überlebenden deutschen Soldaten, die halb verhungert und teils verwundet auf die endlosen Märsche durch die erbarmungslose russische Winterlanschaft gehen mussten. Ganze 6.000 kehrten zum Teil nach 12 jähriger Gefangenschaft in ihre zerstörte Heimat zurück. Ich kann sie nich verdammen und als Kriegsverbrecher diffamieren, denn sie zogen auch nicht freiwillig in den Krieg, wie auch die sowjetischen Soldaten meist nicht. Lest die Berichte von Überlebenden des Krieges beider Seiten.
Gruß Werner