Autor Thema: Schlacht im Hürtgenwald  (Gelesen 11929 mal)

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Schlacht im Hürtgenwald
« am: So, 21. Mai 2006, 21:21 »
Landschaft

Ort der Schlacht ist der Hürtgenwald, ein 140 km² großes Waldplateau nord-östlich der belgisch-deutschen Grenze, südlich von der Linie Aachen-Düren und westlich der Rur gelegen. Es besteht aus den Forsten Merode, Wenau, Hürtgen und Roetgen mit dichten Wäldern, unbewaldeten Hügeln, tiefen Taleinschnitten und dünner Besiedlung.

Vorgeschichte

Durch das unerwartet schnelle Vorrücken der alliierten Streitkräfte nach der Landung am sog. D-Day konnte deren Nachschub nicht mehr sicher gestellt werden und der Vormarsch geriet im Raum Aachen ins Stocken. Ziel der deutschen Verteidigung war es, einen alliierten Durchbruch zum Rhein zu unterbinden, um dadurch den Aufmarschraum für die geplante Ardennenoffensive zu bewahren. Die Alliierten wollten zwischen Aachen und Monschau in einem Waldgebiet bei der Gemeinde Hürtgen (heute Kreis Düren) durchbrechen und den bei Monschau am Westwall stehenden deutschen Verbänden in den Rücken fallen.

Kampfhandlungen

Am Vormittag des 6. Oktober 1944 begann der Vormarsch der 9. US-Infantry-Division gegen die deutsche 275. Infanteriedivision auf der gesamten Breite des Angriffsgeländes. In diesem Waldgebiet gelang es jedoch kaum, Ziele für die alliierte Artillerie und Luftwaffe auszumachen. Größtenteils machte das Gelände den Einsatz schwerer Fahrzeuge unmöglich. Weiteres Hindernis für die US-Truppen war die genaue Ortskenntnis der Wehrmacht. Weiterhin waren die Deutschen eingegraben. Zwar war der in den späten 1930er Jahren erbaute Westwall vielerorts verfallen. Dennoch bot das unübersichtliche deutsche Stellungssystem gute Verteidigungsmöglichkeiten und stellte für Angreifer ein schweres Hindernis dar. Die US-Soldaten waren dazu gezwungen, einen erbitterten Grabenkrieg zu führen, der für beide Seiten sehr kräftezehrend war. So blieb der Angriff im Wald stecken und die Höhen blieben in deutscher Hand. Nach 10 Tagen erbitterter Kämpfe waren beide Seiten so geschwächt, dass die Kampfhandlungen abflauten. Geländegewinn der Amerikaner 2,7 km, Verluste der Amerikaner 4.500 Mann. Verluste der Deutschen 3.200 Mann.
Ein amerikanisches Halbkettenfahrzeug bahnt sich den Weg durch die schlammigen Straßen des Hürtgenwalds
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Ein amerikanisches Halbkettenfahrzeug bahnt sich den Weg durch die schlammigen Straßen des Hürtgenwalds

Am 26. Oktober 1944 wurde die 9. US-Division von der 28. abgelöst. Die geschwächte deutsche Infanterie musste ausharren. Für sie gab es keinen Ersatz mehr. Am Morgen des 2. November 1944 wurde der zweite Angriff auf den Hürtgenwald eingeleitet, wegen des Datums an Allerseelen wird diese Schlacht auch als "Allerseelenschlacht" bezeichnet. Am 8. November 1944 brachen die Amerikaner ihren Angriff ab und zogen die verbliebenen Truppenteile zurück. Die 25.000 Mann starke 28. US-Infantrie-Division hatte 6.000 Mann Verluste.

Am 16. November 1944 starteten die 1. (Hodges) und 9. US-Armee (Simpson) eine Großoffensive im Hürtgenwald (Operation "Queen"). Ende November fielen die Ortschaften Hürtgen und Kleinhau, weitere folgten. Mit dem Beginn der Ardennenoffensive der Deutschen am 16. Dezember 1944 fand die Schlacht im Hürtgenwald ein vorläufiges Ende. Nach dem Scheitern der Ardennenoffensive am 10. Januar 1945 wurden die Kämpfe erneut aufgenommen. Auf dem offenen Gelände entfaltete sich die ganze Kraft der US-Kriegsmaschine. Panzer überrollten Schützengräben. Bunkerbesatzungen, die den Kampf nicht aufgeben wollten, wurden in den Betonfestungen von Bulldozern zugeschüttet. Am 8. Februar 1945 fiel der Ort Schmidt, wodurch die Kämpfe im Hürtgenwald endgültig endeten. Fünf Monate nachdem die Amerikaner die Westgrenze des Hürtgenwaldes erreicht hatten, standen sie auf der anderen Seite. Die Kämpfe um den Hürtgenwald zählen zu den erbittertsten Kämpfen des 2. Weltkrieges.

Ausgang

Ernest Hemingway, der als Kriegsberichterstatter Augenzeuge der Schlacht im Hürtgenwald wurde, änderte völlig seine Meinung vom Krieg, den er bis zu diesem Zeitpunkt verherrlichte. In seinem Buch „Über den Fluß und in die Wälder“ verarbeitet Hemingway seine Erlebnisse im Hürtgenwald: „In Hürtgen gefroren die Toten, und es war so kalt, dass sie mit roten Gesichtern gefroren..." Im Amerikanischen wurde der Hürtgenwald als "Hurt-genwald" (Hurt = Schmerz) bekannt und bezeichnete treffend das verschneite Schlachtfeld. Sprengfallen in den Bäumen und Beschuss hatten den Wald in eine alptraumhafte Wüste verwandelt.

Über die Anzahl der Verluste (Gefallene und Verwundete) der US-Armee und der deutschen Wehrmacht gibt es kontroverse Schtzungen und Meinungen. Sicher ist, dass es sich um eine der verlustreichsten Schlachten in Westeuropa im zweiten Weltkrieg handelte. Die Behauptung, dass die US-Armee ähnlich viele Gefallene wie im Vietnamkrieg zu beklagen hatte, entspricht nicht den Tatsachen. Von September bis Anfang Dezember 1944 beliefen sich die amerikanischen Verluste im Raum Hürtgenwald laut MacDonald (Siegfried Line Campaign, 1963 S. 493) auf ca. 32.000 Soldaten. Quellen der US-Armee (Quelle) geben alleine für den 28. November 6.000 Verluste an. Die 1. US-Armee verzeichnete zwischen dem 16. und 15. Dezember 21.500 Verluste (Quelle). Die deutschen Verluste betrugen etwa 16.000 Mann. Allerdings gerieten in dieser Zeit im Raum Aachen ca. 90.000 deutsche Soldaten in US-Kriegsgefangenschaft.

Das gesamte Gebiet der Allerseelenschlacht war nach dem Krieg auf Jahre nur schwer zugänglich; starke Verminung machte selbst das Bergen der Toten riskant, das anfangs nur auf Eigeninitiative Julius Erasmus' geschah.

Im Hürtgenwald sind heute noch Spuren der Kampfhandlungen zu entdecken. Vielerorts sind Panzersperren zu sehen, auch gibt es eine handvoll ungesprengter Bunker. Über diese Spuren sind mehrere Bücher, die Frontlinien und Überreste der Schlacht aufzeigen, veröffentlicht worden.

Noch heute werden jedes Jahr durchschnittlich sieben gefallene Soldaten aus dem Boden des einstigen Schlachtfeldes geborgen. Des weiteren werden mindestens 2,3 Millionen Tellerminen und über 4 Millionen sonstiger Explosivmittel im Gebiet rund um Hürtgen, Schmidt, Monschau und Kall vermutet.

Auf dem Kriegesgräberfriedhof "Hürtgenwald" steht das einzige Denkmal für einen deutschen Soldaten, das von den ehemaligen Gegnern errichtet wurde: Im Eingangsbereich befindet sich ein Gedenkstein für den deutschen Leutnant Friedrich Lengfeld, der am 12. November 1944 beim Versuch, einen verletzten amerikanischen Soldaten aus dem Minenfeld „Wilde Sau“ zu retten, schwer verletzt wurde und noch am gleichen Tag im Verbandplatz „Lukas-Mühle“ verstarb. Die Gedenktafel wurde von der Veteranenvereinigung der 4. (US-) Inf.-Div. aufgestellt.



Truppenstärken und die Gegner

USA

1st Inf.Div. 'Danger Forward'
4th Inf.Div. 'Ivy Division'
8th Inf.Div. 'Golden Arrow or Pathfinder'
9th Inf.Div. 'Octofoil'
28th Inf.Div. 'Keystone'
78th Inf.Div. 'Lightning'
83rd Inf.Div. 'Thunderbolt'
104th Inf.Div. 'Timberwolves'
82nd Abn.Div. 'All American'
9. Panzer-Division 3rd Arm. Div. 'Spearhead'
5th Arm. Div. 'Victory'
7th Arm. Div. 'Lucky Seventh

-------------------------------------------------------------------------------------------------------

Deutsches Reich

12. Volksgrenadierdivision

47.Volksgrenadierdivision
89. Infanteriedivision
272. Volksgrenadierdivision
275. Infanteriedivision
344. Infanteriedivision
353. Infanteriedivision
3. Fallschirmjägerdivision
116. Panzerdivision 'Windhund'


Kreuzigungsgruppe in Vossenack in Erinnerung an die Opfer der Kampfhandlungen

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Quelle:Wikipedia
« Letzte Änderung: So, 20. März 2016, 21:13 von md11 »

Offline alf

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Re: Allerseelenschlacht/WK.2
« Antwort #1 am: Mi, 30. Januar 2013, 08:47 »
Hallo
Das FjRgt 6 war eine eigenständige Einheit. Das Rgt wurde später ab 45 in die Div eingegliedert die 3FjDiv bestand aus den Rgt 5 8 und 9
Gruss
alf

Offline alf

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Re: Allerseelenschlacht/WK.2
« Antwort #2 am: Sa, 02. Februar 2013, 15:16 »
Hallo Impuls
Die 104 US Inf.Div war nicht an den Kämpfen im Hürtgenwald beteiligt.
Auf Amerikanischer Seite war das 2nd Ranger Batl. beteiligt ( Burgberg)
Die 3 FjDiv war nur mit Teilen  Forsthaus Gey beteiligt.
An deutschen Einheiten waren beteiligt
Teile 3 PzGrenDiv
Teile 9 PzDiv
sPzJgAbt 519
2/SS Werfer-Abt 1
StgBrg 341
StgBrg 902
Gruss
alf
« Letzte Änderung: Sa, 02. Februar 2013, 15:18 von alf »

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Re: Allerseelenschlacht/WK.2
« Antwort #3 am: Do, 07. Februar 2013, 10:43 »
Hallo alf,
herzlich Willkommen erstmal hier im Forum!
Danke für Deine Hinweise hier.Der User Impuls gibt es nicht mehr hier im Forum,der hat sich abgemeldet.
Wenn Du noch interesse hast über dieses Thema können wir hier gerne über weitere Informationen uns austauschen.

Danke
Grüße
Josef

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Schlacht im Hürtgenwald
« Antwort #4 am: So, 20. März 2016, 22:09 »
Hallo,
mal ein Neues Thema hier auch wenn jeder über diese Schlacht schon gelesen hat.

Die Kämpfe um den Hürtgenwald zählen zu den schwersten Kämpfen des Zweiten Weltkrieges überhaupt.

Hab da Interessante Internet Seiten gefunden über dieses Thema hier:
http://www.morr-siedelsbrunn.de/wkii/westwall/allerseelenschlacht/

http://home.scarlet.be/~sh446368/sitemap.html
ganz unten berichten deutsche Augenzeugen

mfg
Josef
« Letzte Änderung: So, 20. März 2016, 23:22 von md11 »

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« Letzte Änderung: So, 20. März 2016, 23:11 von md11 »

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« Letzte Änderung: So, 20. März 2016, 23:19 von md11 »

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Re: Schlacht im Hürtgenwald
« Antwort #7 am: Di, 22. März 2016, 21:39 »
Museum Hürtgenwald

hier die Internet Seite dazu:http://www.museum-huertgenwald.de/rundgang/

 Pfarrer-Dickmann-Straße 21 - 23
D-52393 Hürtgenwald-Vossenack

T: 02429 90 26 13
F: 02429 90 26 13
(Nur zu Öffnungszeiten
sonntags 11 – 17 Uhr
von März bis November
erreichbar)


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Re: Schlacht im Hürtgenwald
« Antwort #8 am: Di, 22. März 2016, 21:45 »
und wieder ein Interessanter Artikel von 2003
"In den Wäldern des Horrors"

Artikel: http://www.zeit.de/2003/43/Kalltal

mfg
Josef

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Re: Schlacht im Hürtgenwald
« Antwort #9 am: Mi, 23. März 2016, 23:49 »
Literatur dazu :

Hölle im Hürtgenwald: Die Kämpfe vom Hohen Venn bis zur Rur September 1944 bis Februar 1945
von Wolfgang Trees und Adolf Hohenstein

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Trees, Elisabeth; Auflage: 12., Aufl. (1986)

 


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